Brandenburg stärkt Wissenstransfer in der Landwirtschaft
- Erschienen amDas Brandenburger Landwirtschaftsministerium hat sieben landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe offiziell zu sogenannten Konsultationsbetrieben ernannt. Als Expertinnen und Experten aus der Praxis unterstützen sie künftig Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben und teilen ihr Wissen in spezifischen Themenfeldern. In Brandenburg gibt es rund 5.370 landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe.
Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt:
„Grüne Berufe sind wissensbasiert, modern, digital vielseitig und innovativ. Wer in der Landwirtschaft arbeitet, verbindet Fachwissen mit der Bereitschaft, ständig dazuzulernen und neue Wege zu gehen. Viele Betriebe verfügen über ein enormes Praxiswissen, das über Jahre durch Investitionen, Weiterentwicklung und Innovationsbereitschaft gewachsen ist. Mit dem neuen Netzwerk der Konsultationsbetriebe wird dieses Wissen künftig gezielt weitergegeben und in die Breite getragen.“
Die ernannten Konsultationsbetriebe laden künftig zwei Mal jährlich in ihre Betriebe und auf ihre Flächen ein und präsentieren ihre Technik, Maßnahmen und Verfahren direkt vor Ort. Praxisnah und konkret: Ein Gemüsebaubetrieb zeigt im Themenfeld Klimaanpassung seine Strategien gegen Extremwetter, ein Landwirt gewährt im Bereich Carbon Farming Einblick in seine Agroforstsysteme und spricht offen über Herausforderungen und Lösungsansätze. Zusätzlich stehen die Konsultationsbetriebe für Anfragen per Telefon und E-Mail zur Verfügung und erhalten dafür eine jährliche Vergütung.
Das Landwirtschaftsministerium sucht noch Betriebe für acht weitere Themenfelder, darunter Gemüsebau, Gewässerschutz, wassersparende Bewässerung, Precision Farming Düngung und Betriebsübergabe. Angesprochen sind sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Betriebe. Informationen finden sich auf der Ministeriumsseite.
Die Koordination des wachsenden Netzwerks übernimmt die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg. Sie organisiert Vernetzungstreffen der Konsultationsbetriebe und unterstützt diese bei der Veranstaltungsvorbereitung sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem erstellt sie Betriebsporträts der Konsultationsbetriebe, die auf der Projektseite abrufbar sind.
Grundlage ist die „Richtlinie zur Förderung der Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen, gartenbaulichen und forstwirtschaftlichen Beratungsdienstleistungen und zur Einrichtung von Konsultationsbetrieben“, die zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist und eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027 hat. Dafür stehen insgesamt 367.500 Euro zur Verfügung.
Die Richtlinie enthält 31 Beratungssteckbriefe. Dazu gehört unter anderem die Beratung zur Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Folgen sowie nachhaltige Anbauverfahren, die Beratung ökologischer Betriebe und zur Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung, wie auch eine sozioökonomische Beratung mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Bezuschusst wird die Beratung vor Ort und die Vor- und Nachbereitung, die auch eine telefonische und/oder digitale Beratung beinhalten kann.
Die aktuellen Konsultationsbetriebe sind:
| Themenfeld | Betrieb | Ort |
| Saatguterzeugung / Genetische Vielfalt - Pflanzen | Agrargenossenschaft eG Frankena | Doberlug-Kirchhain |
| Bodenschonende Bodenbearbeitung | Landwirtschaftsbetrieb Stefan Bernickel | Gramzow |
| Grünlandbewirtschaftung | Biohof Betula | Potsdam, OT Fahrland |
| Naturschutz | Agrargenossenschaft Groß Machnow eG | Rangsdorf, OT Groß Machnow |
| Klimaanpassung | BioKräuterei Oberhavel | Oranienburg |
| Carbon Farming | Landwirtschaftsbetrieb Domin | Peickwitz |
| Moorschutz | NABU Naturweiden gGmbH | Neuenhagen bei Berlin |
