Wirtschaftswachstum und gleichzeitige Senkung von Treibhausgasemissionen sind möglich
- Erschienen amPotsdam, 16. Januar 2026. Die Klimagasinventur des Landes Brandenburg für das Jahr 2024 liegt vor. Sie stellt die Treibhausgasentwicklung in den einzelnen Sektoren dar. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid (N2O, auch unter der Bezeichnung Lachgas bekannt). Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf den energiebedingten CO2-Emissionen, die die Gesamtheit der Treibhausgase dominieren und aus diesem Grund in der Energie- und Klimaschutzstrategie der Landesregierung unter besonderer Beobachtung stehen. Betrachtungszeitraum sind die Jahre von 1990 bis 2024.
Die Klimagasinventur 2024 ersetzt die Klimagasinventur des Vorjahres. Dies bedingt sich durch die Aktualisierung der Daten, speziell der als vorläufig gekennzeichneten Vorjahreswerte, und der methodischen Änderungen in einzelnen Kategorien der Bilanzierung, die auf nationaler Ebene vereinbart wurden.
Die Berechnungen für 2024 ergeben insgesamt rund 54,6 Millionen Tonnen CO2-Äqvivalente. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um gut 4 Prozent beziehungsweise um 2,4 Millionen Tonnen CO2-Äqvivalente. Damit ist ein historischer Tiefstand erreicht, der sogar die Emissionen im Corona-Jahr 2020 noch deutlich unterschreitet. Neben der rückläufigen Braunkohleverstromung zählen die hohen Energiekosten und die Turbulenzen auf dem Weltmarkt zu den Hauptgründen der Entwicklung.
Klimaschutzminister Daniel Keller erklärte dazu: „Wir sind in Brandenburg auf einem guten Weg, was die Senkung unserer Treibhausgasemissionen angeht. Im Vergleich der Bundesländer belegt Brandenburg den Spitzenplatz bei der absoluten Senkung der Pro-Kopf-Emissionen gegenüber 1990.“ Mit Blick auf das Verhältnis von Wirtschaftsentwicklung und Klimaschutz ergänzte Minister Keller: „Im gesamten Betrachtungszeitraum sehen wir, dass sich die Entwicklung der Emissionen und das Wirtschaftswachstum des Landes stärker entkoppeln. Das ist ein beachtlicher Erfolg, auf den wir stolz sein können. Denn damit beweisen wir, dass Wirtschaftswachstum und die gleichzeitige Senkung von Treibhausgasemissionen möglich sind.“
Die Landesregierung bekennt sich zum Ziel der Klimaneutralität bis 2045, was sie mit dem Kabinettsbeschluss zum Klimaplan Brandenburg am 05. März 2024 bekräftigt hat. Mit dieser klimapolitischen Gesamtstrategie wurden erstmals Treibhausgas-Minderungsziele für die Jahre 2030, 2040 und 2045 beschlossen. Diese Minderungsziele setzen sich aus den Zielen der sieben Sektoren zusammen, die auch im Bundes-Klimaschutzgesetz Anwendung finden.
Klimaschutzminister Daniel Keller: „Wir arbeiten weiter an der Umsetzung des Klimaplans. Im Agrar- und Abfallbereich haben wir bereits die Zielstellungen erreicht. Mit der schrittweisen Außerbetriebnahme weiterer Kraftwerksblöcke in Jänschwalde wird auch im Energiesektor ein erheblicher Minderungseffekt erschlossen.“
Der Minister verweist auf die Weltklimakonferenz in Brasilien, welche die Notwendigkeit zum Handeln nochmals verdeutlicht habe: „Neben der schnellen und wirksamen Senkung aller Treibhausgasemissionen auf nahezu Null bis 2045 braucht es auch mehr Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des bereits eingetretenen Klimawandels. Außerdem müssen wir dafür sorgen, dass die natürliche Senkenfunktion in Brandenburgs Wäldern und Böden weiter gestärkt und ausgebaut wird.“
Der Bericht zur Klimagasinventur des Landes Brandenburg für das Jahr 2024 ist abrufbar unter:
https://mwaek.brandenburg.de/media/bb1.a.3814.de/Klimagasinventur_BB_2024.pdf
