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ESF+-Erfolgsgeschichte: Wenn der Berufswunsch erlebbar wird: PraxisBO macht's möglich

- Erschienen am 06.03.2026
Auf dem Bildungs- und Innovationscampus in Götz erfahren Schülerinnen und Schüler an praxisnahen Lernorten, was sie nach Beendigung der Schule im Berufsleben erwartet. (Foto: Screenshot aus einem Film der neues handeln AG)

Berufliche Orientierung möglichst praxis- und realitätsnah zu gestalten - das ist das Ziel des ESF+-Programms 'Praxisnahe Berufsorientierung (PraxisBO)', an dem in Brandenburg fast alle Schulen der Sekundarstufe I und modellhaft einige Gymnasien teilnehmen. In Kooperationsprojekten können Jugendliche außerhalb des gewohnten Schulumfeldes Berufe selbstwirksam neu entdecken und erhalten authentische Rückmeldungen zu ihren Stärken und Potenzialen – eine echte ESF+-Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten, die Projektleiter Markus Wicke von kobra.net für BRANDaktuell auf den Punkt gebracht hat.

"Ich habe nicht erwartet, dass ich löten kann". Diese einfache Erkenntnis der Schülerin einer Potsdamer Oberschule fasst die Wirksamkeit des ESF+-Programms PraxisBO in wenigen Worten gut zusammen. Als eine von insgesamt 30.000 Schülerinnen und Schülern der Klassen 7-10 konnte sie an einem der 320 Projekte teilnehmen, die in zwei Schuljahren im Rahmen von PraxisBO im Westen von Brandenburg durch den ESF+ und die Bundesagentur für Arbeit (BA) finanziert und durch kobra.net, den PraxisBO-Regionalpartner West, begleitet werden. 

"Hier in der Werkstatt haben wir viel selber gemacht."

In den PraxisBO-Projekten sollen sich Schülerinnen und Schüler möglichst praxis- und realitätsnah ausprobieren können, indem sie in Werkstätten oder Betrieben aus der Region verschiedene Berufsfelder durchlaufen, eigene Produkte herstellen oder selbst in die Produktions- oder Dienstleistungsabläufe von realen Unternehmen eingebunden werden. Anders als im Schulunterricht und der theoretischen Erkundung von über 300 Ausbildungsberufen können sie sich hier ganz unmittelbar erproben und feststellen, welche beruflichen Anforderungen zu den eigenen Stärken passen oder auch nicht. Viele der Schülerinnen und Schüler, denen das schulische Lernen schwerfällt, sind in der praktischen Arbeit äußerst erfolgreich und gehen motiviert aus dem Projekt heraus. Und selbst ein Misserfolg wird hier zum Benefit: Wer weiß, was ihm nicht liegt, bewirbt sich zielsicherer für eine Ausbildung und beugt einem Ausbildungsabbruch vor.

Berufsweltprojekte bieten breite Vielfalt an Beruflicher Orientierung an

Neben dem Praxislernen in Werkstätten oder Betrieben, das immer mit ganz konkreten Aufgaben aus dem Unterricht verbunden ist, gibt es auch noch Berufsweltprojekte, die eine breite Vielfalt von Beruflicher Orientierung bieten. Dazu zählen Erkundungstouren in die Grünen Berufe in der Landwirtschaft ebenso wie Arbeit an einem Theater oder der gemeinsame Bau einer Schulbühne mit einem Tischler.

Von der Idee zum Erfolg: PraxisBO als Kooperation von Schule und Partner

Der Weg zum Projekt läuft über den PraxisBO-Regionalpartner. Hier reichen die antragsberechtigten Schulen ihre Projektideen ein, die hier geprüft und ausgeschrieben werden, um einen Kooperationspartner für die konkrete Durchführung des Projektes zu finden. Das können große überbetriebliche Ausbildungszentren und Bildungsträger sein, aber auch Einzelunternehmen oder Schulfördervereine. Zum Ende des Projektes geben die Schulen eine Rückmeldung, wie sie den Erfolg des Projektes einschätzen: Von den bisher 167 abgeschlossenen Projekten wurden von den Schulen 155 Projekte (93 Prozent) als erfolgreich, 12 Projekte (7 Prozent) als teilweise erfolgreich bewertet – ein beeindruckendes Ergebnis, das durch die Befragung von Schülerinnen und Schülern bestätigt wird.

Hier finden Sie:

Richtlinie: Praxisnahe Berufsorientierung (PraxisBO)
Finanzierung: Gesamtsumme: 9.787.008 Euro, davon ESF+: 5.443.643 Euro
Titel des Projekts: Berufsorientierungsprojekte und Lehrkräftefortbildung
Zuwendungsempfangende: kobra.net GmbH (PraxisBO-Regionalpartner West)
Durchführungsort: Land Brandenburg
Durchführungszeitraum: 01.08.2024 bis 31.07.2026
Kontakt (Projektleitung): Markus Wicke, Tel.: +49 331 704-87070, E-Mail: wicke@kobranet.de

Logo: Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union
Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union, der Agentur für Arbeit und des Landes Brandenburg.