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ESF+-Erfolgsgeschichte: FiPS – Finde deine persönliche Stärke

- Erschienen am 02.10.2026
© Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) Finsterwalde

In der Finsterwalder Produktionsschule (FiPS) können sich Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren in verschiedenen Berufsfeldern praktisch ausprobieren und ihre Stärken entdecken. Mit Unterstützung durch das ESF+-Förderprogramm ‚Berufspädagogische Maßnahmen der Jugendhilfe‘ begleitet die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) Finsterwalde junge Menschen auf ihrem Weg. Im Interview mit BRANDaktuell spricht Heike Bischof, Standortleiterin der DAA, warum individuelle Unterstützung oft der Schlüssel für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben ist.

Frau Bischof, Schule, Ausbildung, Praktikum – diese Angebote sind vielen bekannt. Was zeichnet die Finsterwalder Produktionsschule (FiPS) aus?

Das Ziel von FiPS ist es, junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren an die Arbeitswelt heranzuführen. Bei uns können sie sich praktisch ausprobieren und sich freiwillig in unterschiedliche Arbeiten einbringen. Dabei stehen das Entdecken eigener Stärken sowie die Berufsorientierung im Vordergrund. Die Teilnahme an FiPS ist in der Regel auf 18 Monate angelegt.

Wie sieht der Alltag in der Produktionsschule für die Teilnehmenden aus und in welchen Bereichen können sie sich ausprobieren?

Um 8 Uhr beginnt der Tag mit einem gemeinsamen Ankommen im Gruppenraum, anschließend übernehmen die Jugendlichen ihre Aufgaben in den jeweiligen Bereichen. Der Arbeitstag endet gegen 15 Uhr. Für Neuankömmlinge dienen die ersten zwölf Wochen als Orientierung: In dieser Zeit lernen sie einerseits Arbeiten im Küchenbereich und hauswirtschaftliche Tätigkeiten sowie den handwerklichen Bereich kennen. Im Anschluss können sie weitere sogenannte Lerninseln durchlaufen. Dazu zählen beispielsweise die Bereiche Metall, Malerei, Lager und Logistik, Gastronomie oder Medien. Es werden sogar eigens Möbel oder Dekorationsgegenstände produziert und verkauft. Im Anschluss an die Lerninseln besteht die Möglichkeit, Praktika oder Einstiegsqualifikationen in Betrieben zu absolvieren. Im besten Fall entstehen daraus Ausbildungsplätze.  

Das Motto von FiPS lautet ‚Finde deine persönlichen Stärken‘. Mit welchen Herausforderungen kommen die jungen Menschen zu Ihnen und warum benötigen sie besondere Unterstützung?

Die Teilnehmenden werden beispielsweise über Jugendberufsagenturen, Schulen, Jobcenter, Berufsberatung, Jugendgerichtshilfen oder therapeutische Einrichtungen an uns vermittelt. Mittlerweile ist FiPS jedoch so bekannt, dass sie sich auch direkt an uns wenden oder durch ehemalige Teilnehmende auf das Angebot aufmerksam werden. Einige haben familiäre Belastungen erlebt, die Schule oder eine Ausbildung abgebrochen. Was die meisten von ihnen verbindet, ist das Fehlen eines geregelten Tagesablaufs. Unser Motto soll verdeutlichen, dass jeder Mensch individuelle Stärken besitzt und wir gemeinsam daran arbeiten, diese sichtbar zu machen. Begleitend stehen ihnen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zur Seite.

Welche Veränderungen erleben Sie bei den Teilnehmenden und auf welches Erlebnis blicken Sie besonders gerne zurück? 

Viele junge Menschen gewinnen im Laufe ihrer Zeit bei FiPS deutlich an Selbstvertrauen und sozialen Kompetenzen. Einen Beitrag dazu leistet z. B. die Verteilung der Motivationsprämien über ein Ampelsystem. Dieses Feedbacksystem fördert ihre Motivation, die Selbstreflexion und stärkt die Fähigkeit, auch mal mit Kritik umzugehen.

Insgesamt haben 113 junge Menschen seit April 2023 FiPS durchlaufen oder sind derzeit dabei. Viele von ihnen konnten erfolgreich in Ausbildung, Weiterbildung oder Beschäftigung vermittelt werden. Besonders gerne erinnern wir uns an eine junge Frau, die mit Hauptschulabschluss und sehr zurückhaltend zu uns kam. Während ihrer Zeit bei uns entdeckte sie ihr Interesse für die Landwirtschaft und nach einem Praktikum erhielt sie einen Ausbildungsplatz. Bis heute besucht sie uns noch regelmäßig nach der Berufsschule.  

Welche Rolle spielt die Förderung des ESF+-Förderprogramms ‚Berufspädagogische Maßnahmen der Jugendhilfe‘ für das Projekt?

Die Förderung bildet die Grundlage für die Umsetzung von FiPS. Wir sind sehr dankbar, dass die Stabsstelle Jugend des Landkreises Elbe-Elster uns als Träger ausgewählt hat und die Zusammenarbeit so gut funktioniert. Auch das Jobcenter Elbe-Elster unterstützt das Projekt finanziell und steht uns mit einer festen Ansprechpartnerin zur Seite. Mit Blick auf die Zukunft hoffen wir sehr, dass die Förderung auch über das Jahr 2028 hinaus fortgeführt werden kann. Die Produktionsschule hat sich im Landkreis als wichtige Anlaufstelle für junge Menschen etabliert. Ohne FiPS würde für viele Jugendliche ein wertvolles Unterstützungsangebot in der Region verloren gehen. 

Vielen Dank für die spannenden Einblicke in die Finsterwalder Produktionsschule! Wir wünschen Ihnen und dem Projekt alles Gute. (SH) 

Richtlinie: Richtlinie des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg zur Förderung berufspädagogischer Maßnahmen der Jugendhilfe
Zuwendungsempfänger: Deutsche Angestellten-Akademie gGmbH (DAA) 
Finanzierung: 1.740.248,25 Euro, davon Zuschuss durch ESF+: 1.044.148,95 Euro  
Titel des geförderten Projekts: Finsterwalder Produktionsschule - FiPS - Finde deine persönlichen Stärken 
Durchführungsort: Finsterwalde 
Durchführungszeitraum: 01.04.2023 bis 31.12.2028
Kontakt: Heike Bischof (Standortleitung), info.finsterwalde@daa.de, Tel. 03531 67498 15

Logo: Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union
Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg.

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