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Brücken in den Arbeitsmarkt

In der Folge ‚5 Fragen – 5 Antworten‘ kommen Träger zu Wort, die den ESF für ihre Projekte nutzen. BRANDaktuell befragte diesmal Peggy Weidhaas, Leiterin Schulungszentrum der bam GmbH Elsterwerda. Hier werden langzeitarbeitslose Menschen unterstützt und qualifiziert, um ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und wieder eine würdige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

 

Woher wussten Sie von dem Förderprogramm?

Peggy Weidhaas (stehend) bereitet die Qualifizierung vor, © Foto: BAM GmbHIm Rahmen von Auswertungsveranstaltungen zur vorangegangenen Förderperiode wurde über das neue Förderprogramm informiert und im Internet gab es zeitnah ausführliche Informationen zu den Rahmenbedingungen. So war es für uns keine Frage, dass wir hier weitermachen wollten.

 

Die bam GmbH führt seit 2007 ESF-geförderte Projekte mit großem Erfolg durch. bam steht für ‚Bildung‘, ‚Arbeit‘ und ‚Motivation‘.
Wir konnten seither ein leistungsstarkes Netzwerk mit engen Kontakten zu regionalen Arbeitsmarktakteuren aufbauen.

 

Mittlerweile haben wir uns im Süden des Landkreises Elbe-Elster als Dienstleister für alle Belange rund um die Suche nach einer neuen Arbeit oder Ausbildung etabliert. Wir wollen auch weiterhin sowohl für Arbeits- bzw. Ausbildungssuchende wie auch auf der anderen Seite für die regionalen Arbeitgeber als Verbindungsglied fungieren.

                 

Wofür setzen Sie die Mittel ein?

Unser Projekt richtet sich an Familienbedarfsgemeinschaften, auch an Alleinerziehende mit mindestens einem
Kind unter 18 Jahren und an Langzeitarbeitslose, die über keine aktuellen Berufserfahrungen verfügen und nach einer neuen beruflichen Perspektive suchen.

 

Denn oftmals betrifft dies Familien, wo beide Elternteile erwerbslos sind, sogenannte Erwerbslosenhaushalte, und dies kann der Entwicklung der Kinder nachhaltig schaden. Die Ziele des Projektes sind die Integration in Erwerbstätigkeit, die Vermittlung in eine passgenaue Bildungsmaßnahme, die Stärkung der fachlichen Kompetenz der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer und die Verbesserung der sozialen Teilhabe, besonders mit Blick auf die familiären Situationen. In enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Elbe-Elster werden zielgerichtet Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, die den Zugangsvoraussetzungen für diese Förderung entsprechen. Diese können dann freiwillig entscheiden, ob sie im Projekt mitarbeiten wollen. Nach diesem Erstgespräch entscheiden sich fast 90 Prozent für eine Teilnahme. Das Angebot der wöchentlichen, individuellen Einzelbetreuung wird von den Teilnehmenden besonders geschätzt. Dies gilt auch für die Arbeit in den 12 Modulinhalten, die der Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit und Verbesserung der sozialen Teilhabe dienen.

 

Interessante Themen, wie beispielsweise Medienkompetenz, Förderung der berufsübergreifenden Grundlagen, Umgang mit Geld, 1. Hilfe am Kind, Gesundheitsförderung durch Bewegung werden gern angenommen.

 

Exkursionen in die nähere Umgebung und zu regionalen Highlights erweitern den Blickwinkel, geben Inspiration und Motivation zu eigenen Aktivitäten oder gemeinsamen Unternehmungen in der Familie. Betriebliche Praktika sind innerhalb des Projektes möglich und werden von den Projektteilnehmerinnen und -teilnehmern gezielt genutzt, um ihre Eignung für eine neue Tätigkeit zu testen, vorhandene Kenntnisse und Fertigkeiten zu erweitern oder aufzufrischen oder sich in den Arbeitsprozess einzuarbeiten.

 

Nehmen wir an, Sie hätten die ESF-Fördermittel nicht in Anspruch genommen. Was würde in Brandenburg heute fehlen?

Da dieses Projekt erst seit Mitte des Jahres 2015 läuft, können wir natürlich eine Nachhaltigkeit der Maßnahmen noch nicht beweisen. An dieser Stelle knüpfen wir an unsere Erfolge der vorangegangenen Projekte an. Diese hatten in der Region schon Wirkung gezeigt. Mit jedem einzelnen Projektteilnehmenden, der in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt wurde, hat sich die familiäre wie auch die soziale Situation verbessert. Neue Kontakte konnten geknüpft werden und sie nahmen wieder teil am gesellschaftlichen Leben.

 

Viele junge Menschen haben den Mut gefunden, sich für eine Ausbildung zu entscheiden oder auch für eine Zweitausbildung. So wird im kleinen Rahmen auch dem Fachkräftemangel, der hier in mancher Branche schon spürbar wird, entgegengewirkt. Ohne die ESF-Förderung und solcher Projekte würden in Brandenburg heute einige junge Familien mehr weggezogen sein und es würden mehr Menschen im sozialen Abseits stehen.

 

Stichwort Öffentlichkeitsarbeit: Was haben Sie unternommen? Was hat sich bewährt? Was können Sie anderen raten?

Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil bei der Projektarbeit. Wir werben mit Projektflyern und informieren so potenzielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wir erhielten weiterhin die Möglichkeit, einen Artikel über das Projekt auf die Homepage der Stadt Elsterwerda zu stellen. Aber auch in vielen persönlichen Gesprächen mit unseren Netzwerkpartnern bewerben wir aktiv das Projekt auf den regionalen Messen.

 

Wir nehmen an Veranstaltungen des Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V. teil, können unser Projekt dort vorstellen und lernen neue Arbeitgeber kennen, die uns unterstützen. Das hat sich ganz besonders bewährt und kann von unserer Seite sehr empfohlen werden. Denn diese Veranstaltungen werden in regionalen Unternehmen durchgeführt und wir erhalten somit einen direkten Einblick in die Arbeitsbedingungen, die auszuführenden Tätigkeiten und die gefragten Berufsrichtungen.

 

Das Projekt läuft seit gut einem Jahr. Können Sie schon einige Ergebnisse verzeichnen?

Natürlich gibt es schon Ergebnisse, wobei wir an dieser Stelle nicht nur von den ‚abrechenbaren‘ Ergebnissen sprechen möchten. Bisher haben wir an den beiden Standorten Herzberg und Elsterwerda 54 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgenommen, von denen 12 bereits in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und drei in eine Weiterbildungsmaßnahme integriert werden konnten. Vier der Teilnehmenden sind im Bundesfreiwilligendienst tätig und für weitere sechs Frauen und Männer hat sich die berufliche und soziale Situation erstmals seit Jahren der Arbeitslosigkeit mit einer geringfügigen Beschäftigung sehr verbessert. Sie werden auch weiterhin im Projekt betreut und wir hoffen, dass nach einer Einstiegs- und Festigungsphase in diesen Minijobs auch die Chance auf eine Integration in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis besteht.

 

Es gibt also noch viel zu tun – wir packen es gern an!

 

Infos

Informationen zum Förderprogramm finden Sie auf den Internetseiten der ILB unter http://tinyurl.com/z7hxwg3

Das Projekt ist eine Einzelmaßnahme des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und wird aus Mitteln des ESF und des Landes Brandenburg gefördert.

 


Richtlinie/ Programm: Richtlinie zur Förderung der Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften in Brandenburg
ESF-Mittel im Projekt: Gesamt: 693.695,58 € davon ESF-Mittel: 416.217,35 €

Titel des Projekts: Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften im Landkreis Elbe-Elster

Zuwendungsempfänger: bam GmbH, Ossietzkystraße 37 A, 01662 Meißen
Durchführungsort:
Elsterwerda und Herzberg
Bewilligungszeitraum:
1. August 2015 bis 31. Januar 2018

Ansprechpartner: Standort Herzberg: bam GmbH, Radelandweg 2, 04916 Herzberg; Petra Kretzschmar, Tel.: (0 35 21) 4 69 15 55
Kontakt: E-Mail: petra.kretzschmar@bam–gmbh.de

Standort Elsterwerda: bam GmbH, Saathainer Str. 5, 04910 Elsterwerda, Peggy Weidhaas, Tel.: (0 35 21) 4 69 14 00
Kontakt: E-Mail: peggy.weidhaas@bam–gmbh.de

 

 

 

Diesen und weitere interessante Artikel finden Sie in Ausgabe 9/2016 des BRANDaktuell-Newsletters.

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