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Kobra - Kommunale branchenspezifische und branchenübergreifende betriebliche Gesundheitsförderung in KMU

Strategiebildung im BGM - ein Baustein in der Ausbildung zur Gesundheitskoordinatorin bzw. zum Gesundheitskoordinator © ZAGG GmbH

Zielstellung:

 

Mit dem Vorhaben, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Region Brandenburg Süd-West und deren Belegschaft Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) gezielt und alltagstauglich nahe zu bringen, steht eine sehr herausfordernde Frage im Vordergrund: Wie genau erreicht man eben diese kleinen und mittleren Unternehmen in der genannten Region überhaupt und am besten? Um erste Antworten zu finden, werden im Rahmen von Kobra drei Zugangswege erprobt und verglichen:
Im branchenspezifischen Ansatz werden durch die Spezialisierung auf drei besonders belastete Branchen und die Kooperation mit branchennahen Strukturen wie Innungen und Verbänden, Unternehmen des Gebäudereinigungshandwerks, der Pflege und Kitas gezielt angesprochen.
Mit dem Angebot einer Qualifizierung zur/-m Gesundheitskoordinator/-in werden im branchenübergreifenden Ansatz betriebliche Akteure darin unterstützt, Aktivitäten des BGM eigenständig und nachhaltig in ihren Alltag zu implementieren.
Ein dritter vielversprechender Ansatz bietet die Verankerung des Gedankens des BGM auf kommunaler Ebene, wobei über kommunale Unterstützungsstrukturen der Weg zum BGM erleichtert wird.

 

Arbeitspolitische Effekte

 

Insgesamt sollen 30 Brandenburger Unternehmen den Prozess durchlaufen und so als Good-Practice-Beispiel Wirkungen für Brandenburg erzeugen. Aus dem Vergleich der drei unter-schiedlichen Zugangswege konnten folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:
Die Gewinnung der Betriebe gestaltete sich auf allen drei Zugangswegen, trotz tatkräftiger Unterstützung lokaler betriebsnaher Akteure, schwierig. Firmen mit weniger als zwanzig Mitarbeiter/-innen ließen sich nur sehr schwer zur Teilnahme motivieren, da ungünstige Rahmenbedingungen vorherrschen, die produktive Arbeitszeit als wichtiger erachtet wird und Überlegungen der strategischen Unternehmensführung noch wenig verbreitet sind. Betriebsnahe Akteure aus der Region begründen diese Zurückhaltung damit, dass der Zusammenhang zwischen Gesundheit, Mitarbeitermotivation, -zufriedenheit und -loyalität noch nicht bei allen Unternehmer/-innen präsent ist. Die Verdeutlichung dieser Kausalität und das in Bezug setzen zu den Themen Fachkräftebindung und -gewinn, könnte in persönlicher Ansprache als sehr starkes Argument dienen.

 

Branchenübergreifender Ansatz: Trotz BGM-erschwerender Rahmenbedingungen (Schichtarbeit, überregionale Arbeitsorte etc.), konnten durch die intensive Kooperation mit der Innung des Gebäudereinigerhandwerks Brandenburg Ost und des AWO Regionalverbands Brandenburg Süd eine Vielzahl von interessierten Betrieben gewonnen werden.

 

Branchenübergreifender Ansatz: In zwei Qualifizierungsdurchgängen nahmen insgesamt 14 betriebliche Vertreter/-innen verschiedener Branchen und Hierarchiestufen teil. An fünf Terminen à vier Stunden beschäftigen sich die Teilnehmer/-innen mit Inhalten rund um das Thema BGM. Ein offener Austausch unter Kolleg/-innen wurde hier als besonders bereichernd erlebt. Betriebe ließen sich leichter zur Teilnahme ermutigen, wenn sie im Vorfeld bereits eigene Erfahrungen im BGM sammeln konnten, da sie auf diese Weise den Nutzen dieser zeitaufwendigen Qualifizierung für sich erkennen konnten.

 

Den kommunalen Ansatz realisierte zunächst die Stadt Königs Wusterhausen. Das Vorgehen ist auf die jeweiligen regionalen Strukturen ausgerichtet. Die Abfolge vom Bürgermeister über diverse interne Stufen bis hin zur Wirtschaftsförderung und den einzelnen Beschäftigten dort ermöglicht die Betriebszugänge und darüber den Erstkontakt für ein Eingangsgespräch.

Der Bürgermeister Dr. Lutz Franzke und sein Team warben offensiv bei den ansässigen Unternehmen dafür, sich an Kobra zu beteiligen und stellten für teilnehmende Betriebe prakti-sche und logistische Unterstützung bereit. Auf diese Weise konnten leider wenige Betriebe gewonnen werden. Im Projektverlauf wurde das Vorgehen auf die Stadt Luckenwalde erweitert. Deutlich wurde, dass dieser Ansatz nur erfolgsversprechend sein kann, wenn für betriebsnahe Akteure von kommunaler Seite aus Kapazitäten für die Themen Gesundheit und BGM zur Verfügung gestellt werden.
Im Zeitraum von 2012 bis 2014 unterstützte das Projekt Kobra 21 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Brandenburg Süd-West bei der Einführung eines BGMs.

Die Durchführungsphase ist abgeschlossen. Eine wichtige und ermutigende Erkenntnis aus der Durchführungsphase betrifft die Rückmeldungen aus den teilnehmenden Betrieben: Schon in den persönlichen Gesprächen der Analysephase wurde deutlich, dass ein Großteil der Mitarbeiter/-innen und Führungskräfte das Projekt als Chance begriff. Sie erkannten die Möglichkeit, kleine und größere Dinge in ihrem Alltag zu verändern und sich selbst (!) somit Stück für Stück eine gesündere Arbeitsumgebung zu schaffen.

Im Rahmen der Transferphase wurde ein brandenburgspezifischer Infofilm zum Projekt Kobra gedreht: Infofilm
Auf der Internetseite vom ZAGG wurden drei Best Practice Beispiele veröffentlicht.

 


Richtlinie/ Programm: INNOPUNKT-Initiative ‚Gesund arbeiten in Brandenburg - Betriebliche Gesundheitspolitik stärken‘

Zuwendungsempfänger: ZAGG Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung und Gesund-heitswissenschaften GmbH

Durchführungsort: Land Brandenburg (Süd-West)

Laufzeit: 01.12.2011 – 30.11.2014

Internet: www.zagg.de

Kontakt: Tel.: (030) 306 956 20, E-Mail: info@zagg.de

Ansprechpartner: Detlef Kuhn



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