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Das ESF-Programm ‚Initiative Oberschule - IOS‘

2 Schüler aus der Wiesenschule in Jüterbog © Foto: SPIIn der Artikelserie ‚5 Fragen – 5 Antworten‘ kommen Projektträger zu Wort, die den ESF für ihre Projekte nutzen. Dieses Mal interviewte BRANDaktuell Jenny Behnke, Projektverantwortliche des IOS-Regionalpartners Süd.

 

Woher wussten Schulen von dem Förderprogramm und wie sie die Mittel beantragen können?

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und die Schulämter informierten die teilnahmeberechtigten Schulen bereits vor Beginn des Förderprogramms 2007. Als IOS-Regionalpartner Süd erhielten wir den Auftrag, die Schulen regelmäßig zum Programm, zur Programmentwicklung sowie zur Projektvergabe durch uns, zu informieren.

Neben Informationsschreiben, Veröffentlichungen auf unserer Internetseite und der persönlichen Beratung etablierten wir auch unser jährlich stattfindendes ‚IOS-Jahrestreffen‘ als Kommunikationsinstrument. Vor Beginn der Phase der Projektvergabe werden alle Schulen, potenzielle Kooperationspartner und Partner des Programms zu den Vergabemodalitäten und den Projektmöglichkeiten im kommenden Schuljahr informiert. Außerdem bieten wir auch in Workshops den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich zu den Schwerpunkten im Förderprogramm auszutauschen.

 

Wofür setzen die Schulen die Mittel ein?

In den Schulamtsbereichen Cottbus und Wünsdorf konnten bis heute durch den IOS-Regionalpartner Süd 598 Projekte gefördert werden. Aufgeschlüsselt nach den IOS-Zielbereichen führten wir zur beruflichen Orientierung und Vorbereitung 216 Projekte durch, zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen 226 Projekte, für den Erwerb von Schlüsselkompetenzen mit integrierter Lehrerfortbildung 29 Projekte, zur Lehrerfortbildung 31 Projekte und für das Praxislernen, für das wir seit 2011 zuständig sind, 60 Projekte. Darüber hinaus konnten 36 IOS-Schulprojekte mit Methoden der kulturellen Bildung im Schuljahr 2013/14 realisiert werden.
Perspektivisch werden wir in den IOS-Schulprojekten bis zum Ende des Programms am 31. Juli 2015 allein in den Schulamtsbereichen Cottbus und Wünsdorf 38.500 Schülerinnen und Schüler und 900 Lehrkräfte erreicht haben.

 

Diese Zahlen sind beeindruckend - eine Bilanz. Nehmen wir an, Sie hätten die ESF-Fördermittel nicht in Anspruch genommen. Was würde in Brandenburg heute fehlen?

Das primäre Ziel des Programms ist es, die Ausbildungsfähigkeit sowie die Berufswahlreife der Jugendlichen an Oberschulen zu verbessern. Neben dem normalen Unterricht, ist hierfür die Arbeit mit Projektcharakter von großem Vorteil. In Kooperation mit Fachkräften zu den Themen Berufsorientierung, Erwerb von Schlüsselkompetenzen oder Lehrerfortbildung können Lernumgebungen initiiert werden, die ein Lernen ermöglichen, wie es Schulen sonst nicht möglich ist.
Zudem gibt das Programm einen zusätzlichen Anstoß, Kontakte mit Unternehmen in der Region zu knüpfen. Diese Kooperationen sind ein weiterer nachhaltiger Effekt, der sich maßgeblich auf eine positive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler, der Schule aber auch der gesamten Region auswirkt und ohne IOS nicht in diesem Maße existieren würde.
Die Hürde ‚Schule – Ausbildung‘ für die Jugendlichen wäre ohne all die Maßnahmen sicherlich höher gewesen und mancher wäre vielleicht erstmal auf der Strecke geblieben.

 

Stichwort Öffentlichkeitsarbeit: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was hat sich bewährt? Was können Sie anderen raten?

Öffentlichkeitsarbeit wird im Rahmen dieses Programms von verschiedenen Nutzergruppen umgesetzt. Auf der Ebene der Projektdurchführenden, also der Schulen, ihren Kooperationspartnern, aber auch der Schülerinnen und Schüler war es nicht immer leicht, Verständnis für die konsequente Umsetzung der Regeln zur Öffentlichkeitsarbeit aufzubauen.
Um die Hemmschwelle niedrigschwellig zu gestalten, haben wir den Zugang zu notwendigen Materialien so leicht wie möglich gestaltet. So bekamen gerade in den ersten Jahren die Projekte Aufkleber, welche der Dreierregel entsprachen und nur auf Projektpräsentationen geklebt werden mussten.
Darüber hinaus stellen wir auf unserer Internetseite einen Instrumentenkoffer zur Verfügung, der alle notwendigen Logos, eine Checkliste zur Öffentlichkeitsarbeit und eine Checkliste für Pressemittelungen enthält. So ist es möglich, die Öffentlichkeitsarbeit, welche durch die Schulprojekte und Zeitungsartikel, soziale Netzwerke, Präsentationen in der Gemeinde, Podcasts, auf Plakaten im Schulgebäude und Flyern realisiert wird, mit dem notwendigen Know-how auszustatten.

 

Das Programm endet, wie schon erwähnt, im Juli 2015. Können Sie bereits jetzt einige Ergebnisse mitteilen?

Bereits nachdem das Programm zwei Jahre lief, wurde es durch die Universität Erfurt extern evaluiert. Schon im Jahr 2009 gaben 70 Prozent der befragten Lehrkräfte an, dass sie bei ihren Schülerinnen und Schülern eine Verbesserung der Berufswahlkompetenz feststellen können.
65 Prozent der 965 befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, dass ihnen durch die Teilnahme an IOS-Schulprojekten ihre Verantwortung für das eigene Berufsleben bewusst geworden ist. Damit wurde bereits 2009 deutlich, auf welch gutem Weg das Programm IOS ist. Die in dem Programm realisierte Struktur- und Prozessqualität trug effektiv zur Erreichung der Programmziele bei.
Insbesondere in den zurückliegenden drei Jahren konnten wir feststellen, dass sich das System Schule spürbar für Kooperationspartner von außen geöffnet hat und nachhaltige Netzwerke entstanden sind, die auch außerhalb von IOS für die Schulen gewinnbringend sind. Das zielorientierte Arbeiten mit diesen wachsenden Netzwerken und den vielfältigen Kooperationen, erfordert von vielen Schulleitungen ein Umdenken sowohl im Bereich des Organisationsmanagements, als auch auf der Ebene des Projektmanagements. Auch während dieser Veränderungsprozesse, die nur mittelfristig realisiert werden können, lassen wir die Schulen nicht allein und bieten ihnen neben individuellen Beratungen auch regelmäßig die Möglichkeit zur fachlichen Auseinandersetzung.
Grundsätzlich ist jedoch bereits jetzt erkennbar, dass die IOS-Schulprojekte zur Weiterentwicklung der Schulkonzepte beitragen, diese nachhaltig stärken und so die Ausbildung individueller Schulprofile in den vergangenen Jahren ermöglichten.

 

 

Richtlinie/ Programm: Initiative Oberschule - IOS
Zuwendungsempfänger: Stiftung SPI, Geschäftsbereich Niederlassung Brandenburg

Durchführungsort: Schulamtsbereiche Cottbus und Wünsdorf
Laufzeit: 01.08.2009 - 31.07.2015
Kontakt:  E-Mail: behnke@stiftung-spi.de, Internet: www.stiftung-spi.de
Ansprechpartnerin: Jenny Behnke

 

BRANDaktuell-Newsletter, Nr.8/2014


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