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5 Fragen – 5 Antworten: Bündnisse für eine gesundheitsorientierte Arbeitsförderung

Die Kolleginnen der Koordinierungsstelle Gesunde Arbeitsförderung Brandenburg © Foto: Sylvia KrellIn der Artikelserie „5 Fragen – 5 Antworten“ kommen Projektträger zu Wort, die den ESF nutzen. Diesmal wurde Dr. Iris Schiek von der Koordinierungsstelle Gesunde Arbeitsförderung Brandenburg befragt.

 

 

 






Frau Dr. Schiek, woher wussten Sie von der Förderung durch den ESF und wie Sie die Mittel beantragen können?

Gesundheit Berlin Brandenburg e. V. arbeitet mit unterschiedlichen Zielgruppen und Kooperationspartnerinnen und -partnern in verschiedenen Projekten. Unsere Aktivitäten im Land Brandenburg sind zudem eng abgestimmt mit den Landesministerien. Daher sind uns die vielfältigen Finanzierungsmodelle sowie Förderprogramme bekannt. Wir wirken außerdem in Arbeitsgruppen und Workshops zum Operationellen Programm mit, wodurch wir eine recht genaue Kenntnis der Förderbedingungen des ESF haben.

Wofür setzen Sie die Mittel genau ein?

Die Koordinierungsstelle Gesunde Arbeitsförderung Brandenburg berät kommunale Institutionen im Land Brandenburg mit dem Ziel, Bündnisse für eine gesundheitsorientierte Arbeitsförderung zu bilden. Gesundheitliche und psychosoziale Belastungen arbeitsloser Menschen können deren Chancen auf Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erschweren. Die Erfahrung zeigt, dass es für eine nachhaltige Betreuung arbeitsloser Menschen mit multiplen Problemlagen eines konzertierten Fallmanagements bedarf. Das heißt: Erst wenn alle involvierten Einrichtungen wie Jobcenter, Maßnahmenträger und Gesundheitsdienste zusammenwirken, können bedarfsgerechte Lösungsansätze gefunden werden.
Übergeordnetes Ziel ist es, krankheitsbedingten Vermittlungshemmnissen langzeitarbeitsloser Menschen begegnen zu können. Ziel ist auch, die Förderung von Gesundheit in die Strukturen der Arbeitsförderung im Sinne des Setting-Ansatzes (s. Kasten, d. Red.) zu implementieren. Dies heißt unter anderem, Arbeitsprozesse so zu gestalten, dass sie auf die Mitarbeitenden motivierend und wertschätzend wirken. So besteht die Chance, diese positive Haltung auch auf den Kundenkontakt zu übertragen.
Teil unserer Arbeit ist die Einrichtung einer Webseite, die umfangreiche Informationen für die Akteurinnen und Akteure im Land zur Verfügung stellt. Die Koordinierungsstelle ist zielgerichtet in zwei Modellregionen tätig: In der Stadt Brandenburg an der Havel und im Landkreis Oder-Spree. In diesen beiden Modellregionen werden Vernetzungsstrukturen gestärkt, um Ressourcen zu bündeln und Entwicklungswege von arbeitslosen Menschen effizient sowie ganzheitlich zu begleiten.

 

Nehmen wir an, Sie hätten die ESF-Fördermittel nicht in Anspruch genommen. Was würde in Brandenburg heute fehlen?

Dem Land würde eine im Handlungsfeld bisher einzigartige Koordinierungsstelle fehlen, die wichtige Akteurinnen und Akteure der Arbeits- und Gesundheitsförderung zusammenführt, Ressourcen bündelt, Transparenz und Wissensaustausch fördert und somit Synergieeffekte schafft. Einige wichtige Schritte zur Zusammenarbeit der Akteure der Arbeits- und Gesundheitsförderung sind in den brandenburgischen Regionen bereits getan. Die Koordinierungsstelle dokumentiert diese Entwicklungen und bietet eine Plattform, die Wissen und Orientierung vermittelt, gute Praxis zeigt sowie den interregionalen Austausch voranbringt. Mit der Einrichtung der Koordinierungsstelle wurde in diesem Sinne eine Präsenz geschaffen, die landesweit agieren kann und in der Lage ist, Know-how zu bündeln und zu transferieren. Dieses können Sie auf den kürzlich veröffentlichten Internetseiten auch verfolgen.

 

Stichwort Öffentlichkeitsarbeit: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was hat sich bewährt? Was können Sie anderen raten?

Die Koordinierungsstelle möchte landesweit Erfahrungen und Ergebnisse veröffentlichen und nutzt hierfür das Internet. Fachveranstaltungen dienen dem Austausch der Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus den Bereichen der Arbeits- und Gesundheitsförderung.
Bewährt hat sich sowohl die Arbeit auf der Ebene der einzelnen Mitarbeitenden in den Institutionen als auch die Einbeziehung der Entscheidungstragenden und der Partnerinnen und Partner auf politischer Ebene.
Es ist hilfreich, Verbindlichkeiten zu schaffen, die die Zusammenarbeit über Kooperationsvereinbarungen oder in Arbeitsgruppen regeln. Dabei ist es gut, wenn die Vorteile und der Nutzen dieser Arbeit für die Beteiligten deutlich gemacht werden.

 

Das Projekt läuft noch nicht so lang. Können Sie trotzdem schon einige Ergebnisse verzeichnen?

Einer der grundlegenden Schwerpunkte der Arbeit ist die Förderung der Kommunikation der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure. Die externe Moderation solcher Kommunikationsprozesse kann hilfreich sein, um ein Verständnis für die Perspektive der anderen Kooperationspartnerinnen und -partner zu gewährleisten, die Sensibilität für die Thematik Gesundheitsförderung bei den Langzeitarbeitslosen zu erhöhen und effektive sowie praktikable Formen der Zusammenarbeit zu beschreiben und verbindlich zu verabreden. Hier verzeichnet die Arbeit der Koordinierungsstelle erste, aber deutliche Erfolge.
Für die Modellregionen liegen Kooperationsvereinbarungen vor, die in Kürze unterzeichnet werden. Die Internetplattform, deren Herzstück ein umfassendes Glossar ist, wurde am 9. September 2013 freigeschaltet. Ein Expertenaustausch zu verschiedenen Varianten der Kooperation von Jobcentern und Gesundheitsdiensten wie in AmigA (Arbeitsförderung mit gesundheitsbezogener Ausrichtung in Potsdam-Mittelmark, die Red.) und beim psychosozialen Coaching fand am 10. September 2013 statt.
Fachkräfte der Jobcenter, der Verwaltung und der Gesundheitsdienste werden für den jeweils anderen Arbeitsbereich geschult, um Kooperationen zu befördern. Hier fließen Forschungsergebnisse aus einem Forschungsprojekt der Universität Landau und Arbeitsansätze aus dem Zürcher Ressourcen Modell® aus der Schweiz ein.



INFOS:

Die Internetseite der Koordinierungsstelle finden Sie unter www.gesunde-arbeitsfoerderung.de

BRANDaktuell-Newsletter, Nr.17/2013


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