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"LuTKI", familienunterstützende Dienstleistungen durch bürgerschaftliches Engagement - 5 Fragen an die Leiterin des Projektes im Frauenhaus Cottbus

Lutki Projektleiterin Monika Schefuhs © Foto: Agentur BellotIm Rahmen der Artikelserie „5 Fragen – 5 Antworten“ war die ESF-Technische Hilfe im Frauenzentrum Cottbus bei der Leiterin des Projektes „LuTKI“, Monika Schefuhs, zu Gast. Ziel dieses Projekts ist es, hilfebedürftige und hilfsbereite Menschen im Alltag zusammenzubringen.
Übrigens: Lutkis sind kleine sorbische Wichtel, die gerne helfen.


Frau Schefuhs, das Projekt LuTKI wird durch das Land Brandenburg mit ESF- und Landesmitteln gefördert. Woher wussten Sie von der Fördermittelvergabe und wie diese Mittel beantragt werden müssen?

Wir arbeiten im Frauenzentrum seit rund 20 Jahren mit Projektförderungen und kennen uns deshalb mit den verschiedenen Instrumenten in der Kommune, im Land, im Bund und in Europa aus.
In diesem Fall war das aber etwas anders, denn die Idee für LuTKI gab es schon länger, aber wir haben keinen Weg für die Finanzierung gefunden. Im vergangenen Jahr hat uns dann eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Cottbus auf das ESF-Programm „Nachhaltige Stadtentwicklung“ hingewiesen, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg gefördert wird.

Wofür setzen Sie die Mittel genau ein?

Es geht uns darum, die Menschen, die Hilfe brauchen, mit denen zusammenzubringen, die helfen wollen. Dabei setzen wir darauf, dass sich die Hilfebedürftigen bei uns melden. Deshalb haben wir einen großen Teil der Mittel für die Bezahlung der Projektmitarbeiter und für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich aufgrund unserer Medienpräsenz bei uns gemeldet haben, wurden von uns dann für ihre neue Aufgabe gecoacht und mit den notwendigen Kenntnissen ausgerüstet.

Nehmen wir an, Sie hätten die ESF-Fördermittel nicht in Anspruch genommen. Was würde in Brandenburg heute fehlen?

Wir haben zu Beginn analysiert, welche Hilfsangebote es in Cottbus gibt und fanden rund 100 unterschiedliche Angebote. Dabei ist uns eine Angebotslücke aufgefallen und zwar die ganz praktische, nachbarschaftliche Hilfe im Haushalt, zum Beispiel bei Krankheit oder Reparaturen. Mit LuTKI haben wir begonnen, diese Lücke zu schließen und das auf der Basis freiwilliger Arbeit. Wir hatten uns das Ziel gesetzt, 30 LuTKIs zu gewinnen – zwischenzeitlich hat sich diese Zahl sogar verdoppelt. Täglich bekommen wir Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern mit der Bitte um Hilfe, die wir dann entsprechend vermitteln. Es haben sich auch schon feste Beziehungen zwischen Hilfesuchenden und Helfenden gebildet, bei denen wir gar nichts mehr tun müssen. Hier ist die Nachbarschaftshilfe entstanden, die wir uns gewünscht haben. Das alles würde in Cottbus fehlen, wenn es das Projekt nicht geben würde.

 

Stichwort Öffentlichkeitsarbeit: Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht? Was hat sich bewährt? Was können Sie anderen raten?

Wir haben – wie schon erwähnt – sehr aktiv Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Zum einen haben wir an vielen Stellen, wie zum Beispiel bei Behörden, Ärzten, in Kitas und im Jobcenter unsere Postkarten ausgelegt. Zum anderen waren wir bei allen großen Veranstaltungen in Cottbus mit einem eigenen Stand präsent. Darüber hinaus hat uns die örtliche Presse sehr geholfen, unser Angebot bekannt zu machen.

Sie haben vor rund einem Jahr Mittel aus dem ESF beantragt. Wie lautet Ihre Bilanz zum heutigen Tag?

Die Bilanz ist positiv – 63 LuTKIs und 352 Hilfsaktionen sind zu verzeichnen. Genau deshalb versuchen wir im Moment, das Projekt in anderer Form weiterzuführen, da die Fördergelder im April auslaufen.

 

Lutki, sorbische Wichtel, © Grafik: Friederike KislingerInfos:
Frauenzentrum Cottbus
Monika Schefuhs
03050 Cottbus
Thiemstraße 55
Tel.: 0355 4838020
www.frauenzentrum-cottbus.de

Quelle:
BRANDaktuell, Ausgabe Nr. 1/2012

 

Grafik:Friederike Kislinger

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