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Sozialpartnerschaftliches Miteinander – eine Investition in die Zukunft

Projektleiterin Heike Flemming © DATA Service GmbHIn der Artikelserie ‚5 Fragen - 5 Antworten‘ kommen Projektträger zu Wort, die den ESF nutzen. Dieses Mal wurde Heike Flemming von BRANDaktuell interviewt, sie leitet das Projekt LISA, das mit Personalentwicklung Beschäftigung sichert.

 

Woher wussten Sie von dem Förderprogramm und wie Sie die Mittel beantragen können?

Wir informieren uns regelmäßig auf der LASA-Plattform über die aktuellen Programme und erhalten den Newsletter von ‚BRANDaktuell‘. So wurden wir auf die Sozialpartnerrichtlinie aufmerksam und haben uns dann, nachpersönlicher Rücksprache bei der LASA, mit unserer Projektidee beworben.

 

Wofür setzen Sie die Mittel ein?

Die zur Verfügung gestellten Mittel werden innerhalb des Projektes LISA eingesetzt. LISA steht für Lausitzer Unternehmen im sozialpartnerschaftlichen Austausch. Das ist auch das Ziel des Projektes. Wir wollen die Sozialpartnerschaft in den kleinen Unternehmen unserer Region stärken. Diese wird in Klein- und Kleinstbetrieben, das ist unsere Zielgruppe, vielfach sehr persönlich gelebt, ohne deren Potenzial voll zu nutzen.
Neben den Personalaufwändungen sind ca. 54 Prozent für Sachkosten geplant. In den Sachkosten sind zum Beispiel die Mittel für die externe Beratung enthalten. Dazu wurde ein entsprechender Beraterpool gebildet, um den Unternehmen eine möglichst umfangreiche Themenvielfalt und Beraterauswahl anbieten zu können. Aus den dort vorhandenen Beraterinnen bzw. Beratern wird gemeinsam mit dem Unternehmen nach dem Erstgespräch und der Problemanalyse ein entsprechend fachlich qualifizierter und kompetenter Berater ausgewählt und es folgen die gemeinsam festgelegten Beratungen.
An den Gesprächen nehmen, je nach Bedarf Unternehmer und Vertreter der Arbeitnehmerseite – wenn vorhanden der Betriebsrat – entsprechend der jeweiligen Themenstellung, teil. Auch diese indirekten Kosten, wie zum Beispiel bezahlter Lohn für Freistellung zur Teilnahme an den Beratungen, sind Sachaufwändungen.

 

Nehmen wir an, Sie hätten die ESF-Fördermittel nicht in Anspruch genommen. Was würde in Brandenburg heute fehlen?

In den von uns angesprochenen Unternehmen gibt es überwiegend keine Betriebsräte. Das führt oft dazu, dass trotz des engen Miteinanders viele Entscheidungen und Entwicklungen im Unternehmen nicht sozialpartnerschaftlich getroffen werden.
Hier setzt das Projekt an. Die Möglichkeiten eines sozialpartnerschaftlichen Miteinanders müssen an Hand von konkreten Themen aufgezeigt und entwickelt werden. Diese Chance bietet unser Projekt. Und das würde ohne unser Projekt fehlen.

 

Stichwort Öffentlichkeitsarbeit: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was hat sich bewährt?

Das Projekt wurde zu Beispiel in Fachzeitschriften, der Tagespresse, im regionalen Fernsehen vorgestellt. Presse und Fernsehen waren zu unserem Tag der offenen Tür eingeladen, den wir anlässlich der Büroeröffnung in Luckau veranstalteten. (BRANDaktuell berichtete in Nr. 16/2014, d. R)
Ein Flyer wurde entwickelt, um Unternehmen und Interessierten unser Anliegen und Angebot darzustellen. Vor allem aber, um Interessierten etwas ‚in die Hand‘ geben zu Heike Flemmingkönnen. Ein Werbedisplay unterstützt Präsentationen, wie zum Beispiel auf der Betriebsrätekonferenz 2014. Hier konnten wir interessante Kontakte knüpfen. An solche Kontakte können wir anknüpfen, um in persönlichen Gesprächen zu sensibilisieren, zu informieren und schließlich tiefer in die Projektarbeit in einzelnen Unternehmen einzusteigen. Solche Aktivitäten werden dann öffentlichkeitswirksam, wenn sie unter den Unternehmerinnen und Unternehmern der Region weitergegeben werden.
Flyer, Presseartikel und Präsentationen sind aber nur Hilfsmittel, um die öffentliche Wahrnehmung zu unterstützen, gegebenenfalls zu erreichen, ein wenig länger im Gedächtnis der Zielgruppe zu bleiben. Das erfolgreichste Instrument der Öffentlichkeitsarbeit ist für uns die direkte Ansprache der Vertreter unserer Zielgruppe. Und dafür ist es sehr hilfreich, wenn sie schon mal was von uns gehört oder gelesen haben.

 

Können Sie schon einige Ergebnisse verzeichnen?

Ein erstes Ergebnis ist bereits erreicht worden: Unternehmer haben sich Zeit genommen, um sich mit Personalfragen aus der Perspektive eines sozialpartnerschaftlichen Miteinanders auseinanderzusetzen – Stichwort Sensibilisierung. Schon das ist nicht selbstverständlich. Bei vielen Unternehmen ist es dabei nicht geblieben. Sie sprachen uns an und baten um unser Angebot. Die Personalsituation wurde genauer beleuchtet und zum Teil einzelne Fragen der Personalarbeit thematisiert und Problemstellungen formuliert – Stichwort Erstberatung.

Mit anderen Worten: Dass sozialpartnerschaftliches Miteinander eine Investition in die Zukunft ist und perspektivisch echte ökonomische Vorteile bietet, die sowohl Unternehmen wie auch Belegschaft zu Gute kommen, ist schon bei vielen Betrieben angekommen. Die Bereitschaft, vor allem aber die Spielräume, um hier investieren zu können, sind zum Teil sehr gering. Ganz ohne Einsatz geht es aber auch im Rahmen des Projektes nicht. Wo dies möglich ist, wird das Beratungsangebot interessiert aufgenommen. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Akquise und die Unterstützungsangebote für die interessierten Firmen werden zurzeit durch externe Berater vorbereitet.

 


Richtlinie/ Programm: Brandenburger Sozialpartnerrichtlinie
Zuwendungsempfänger: DATA Service GmbH

Durchführungsort: Brandenburg Süd-West
Laufzeit: 01.06.2014 - 31.03.2015
Kontakt: E-Mail: agz.sbbg@gmail.com ; Internet: www.agz-ee.de
Ansprechpartnerin: Heike Flemming



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